Autorin: Prof. Dr. Sabine Kühnert

Tagebuchaufzeichnungen und Protokolle

Kurzbeschreibung

Bei Tagebuchaufzeichnungen/Protokolle handelt es sich um eine schriftliche Selbstauskunft zu einem vorab festgelegten Sachverhalt z. B. die Nutzung von Angeboten im Quartier oder Mobilitätsverhalten über einen längeren Zeitraum. So können z. B. ältere Menschen gebeten werden, ihre außerhäuslichen Aktivitäten in einer Woche aufzuschreiben.

Einsatzmöglichkeiten und Voraussetzungen

  • Tagebuchaufzeichnungen eignen sich gut zur detaillierten Datenerfassung aus dem Alltag der Bewohner eines Quartiers und zur wirkungsorientierten Selbstevaluation der in der Quartiersarbeit Beschäftigten.
  • Sie ermöglichen die Erfassung detaillierte Informationen aus Sicht des Befragten.
  • Weniger geeignet ist die Methode für Menschen mit geringer Schreibbereitschaft und Schreibkompetenz wie Menschen mit Sinnesbeeinträchtigung oder Menschen mit geringen Deutschkenntnissen.

Hinweise zu Gestaltung und Anwendung

  • Verschiedene Formen von Tagbuchaufzeichnungen sind möglich. Unterschieden werden drei verschiedene Protokollformen:
    • Tagesprotokolle zur Erfassung von Aktivitäten eines Tages,
    • Protokolle, die zu bestimmten Zeitpunkten erstellt werden z. B. die Aufzeichnung von Aktivitäten aller vier Stunden oder
    • Protokolle von relevanten Ereignissen wie den Besuch des Begegnungstreffs.
  • Protokolle können frei formuliert werden oder als vorstrukturierte Formulare ausgefüllt werden.
  • Der Einsatz erfordert eine ausführliche Schulung der Befragten, was wie zu protokolieren ist sowie Motivation und Überprüfung der Teilnehmenden im Erhebungszeitraum.
  • Wichtig ist die Sicherstellung der Anonymität.

Weiterführende Literatur

Döring, N. & Bortz, J. (2016). Forschungsmethoden und Evaluation. S. 417ff. Berlin: Springer Verlag.