Schritt 2: Vorbereitung, Definition von Veränderungsbereichen und Festlegung des Beobachtungszeitraumes

Zu Beginn dieses Arbeitsschrittes benötigen Sie etwas Zeit im Evaluationsteam, sich kennenzulernen und sich als Team „zu finden“. Dazu gehört ein Überblick über Ziel und Absicht und die einzelnen Arbeitsschritte des MSC-Verfahrens und eine Klärung der Aufgaben und Rollen im Evaluationsteam. Nicht zuletzt geht es darum, eine für alle angenehme und wertschätzende Arbeitsatmosphäre herzustellen.

Dabei können Sie sich an den Leitzielen Ihres Quartiersprojekts orientieren. Sie können die Zielbereiche aber auch schon etwas konkreter fassen, z. B. zu Ihren Handlungsschwerpunkten aus dem ersten Schritt. Wichtig ist, dass Sie nicht völlig unspezifisch fragen: „Was hat sich denn bei uns im Quartier im letzten (halben) Jahr verändert?“, sondern dass Sie die Veränderungsrichtungen etwas eingrenzen können, z. B. „im Hinblick auf die Entwicklung von nachbarschaftlichen Strukturen“, „im Hinblick auf Versorgungssicherheit für Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf im Quartier“, „im Hinblick auf die Koordination der Beratungs-, Pflege- und Unterstützungsleistungen“, „im Hinblick auf die Möglichkeiten sich bürgerschaftlich zu engagieren“. Andererseits stellen Veränderungsbereiche ausdrücklich keine strengen Indikatoren dar. Veränderungsbereiche sind absichtlich eher offen und etwas unscharf formuliert, um die Richtung der Veränderungsgeschichten nicht zu sehr zu begrenzen und um Spielraum für eigene Interpretationen und Bedeutungszuschreibungen der Geschichtenerzählerinnen und -erzähler zu geben. Es sollen maximal zwei Veränderungsbereiche ausgewählt werden.

Das Verfahren zielt auf die von Ihnen formulierten Zieldimensionen bzw. Veränderungsbereiche für die Menschen im Quartier und nicht darauf, etwas über die Akzeptanz und den Erfolg einzelner Maßnahmen zu erfahren.

Legen Sie gemeinsam fest, mit wem Sie sich noch einmal darüber austauschen wollen, ob die von Ihnen ausgewählten Zielbereiche gut gewählt sind, ob Sie also z. B. tatsächlich relevante Zielbereiche für das Quartiersprojekt darstellen oder ob die Zielbereiche auch mit konkreten Interventionen und Aktivitäten im Quartier aus der letzten Zeit in Verbindung gebracht werden können. Am Ende muss für alle Beteiligten im Evaluationsteam klar sein, wonach sie fragen wollen. Es braucht unbedingt ein von allen geteiltes Verständnis, was zum Beispiel mit „nachbarschaftlichen Strukturen“, mit „Versorgungssicherheit“ oder mit „Förderung des bürgerschaftlichen Engagements“ gemeint ist.

Zur Erinnerung: Wirkungen können...

  • Veränderungen bei den Menschen im Quartier, bei einer bestimmten Zielgruppe im Quartier sein. Gibt es Veränderungen in der konkreten Lebenssituation, bei Einstellungen und Verhalten, Präferenzen und Verhalten?
  • Veränderungen im Quartier, in der Infrastruktur, in der Kooperation von Akteuren sowie in einzelnen Organisationen und Institutionen im Hinblick auf ihre Aktivitäten für das Quartier sein.

Legen Sie gemeinsam im Evaluationsteam fest, auf welchen Zeitraum Sich die Veränderungen beziehen sollen, zu denen Sie die Geschichtenerzählerinnen oder –erzähler befragen: „Was hat sich im Quartier verändert im Hinblick auf … im letzten Jahr, in den letzten drei Jahren oder in den letzten fünf Jahren – oder eben in dem von Ihnen festgelegten Zeitraum?“

Das MSC-Verfahren ermöglicht es, „positive“ wie „negative“ Erzählungen zu Veränderungen im Quartier und auch Unerwartetes und Überraschendes wahrzunehmen. Auch das sollten Sie im weiteren Verlauf berücksichtigen.

Sie müssen sich zu diesem Zeitpunkt nicht festlegen, dass Sie zukünftig das MSC-Verfahren regelmäßig in einem festgelegten Rhythmus durchführen. Im letzten Schritt des Verfahrens reflektieren Sie Vor- und Nachteile des Verfahrens und entwickeln Veränderungsvorschläge für eine mögliche Wiederholung. Erst dann entscheiden Sie, ob das MSC-Verfahren für Sie für eine wirkungsorientierte Selbstevaluation hilfreich und nützlich ist. Vor diesem Hintergrund macht es allerdings Sinn eine Art „Tagebuch“ zu führen, in dem Sie die einzelnen Umsetzungsschritte für sich dokumentieren und Ihre eigenen kleinen Erfolgsgeschichten, aber auch die Stolpersteine bei der Umsetzung des Verfahrens festhalten.

Für diesen Arbeitsschritt sind ein bis zwei Treffen im Evaluationsteam zu empfehlen.


Aufgaben und Aufwand für diesen Arbeitsschritt

  • Ein bis zwei Treffen im Evaluationsteam: Sich auf die Veränderungsbereiche und den Zeitraum verständigen, auf die Sie das MSC-Verfahren fokussieren wollen – das weitere Verfahren klären
  • Den Arbeitsprozess des MSC-Verfahrens in einem Tagebuch dokumentieren

Checkliste für den zweiten Arbeitsschritt im MSC-Verfahren

Aufgabe Erledigt
Veränderungsbereiche sind festgelegt und für alle Beteiligten eindeutig und nachvollziehbar beschrieben.
Zeitraum, auf den sich die Veränderungs-geschichten beziehen sollen, ist festgelegt.
MSC-Tagebuch ist angelegt und wird zur fortlaufenden Dokumentation des Arbeitsprozesses genutzt.