Schritt 4: Auswahlverfahren „Most significant change“

Im Rahmen dieses Arbeitsschrittes werden die gesammelten Veränderungsgeschichten vorgestellt und im Hinblick auf Ihre Aussagekraft und Bedeutsamkeit gewichtet. Ziel ist es, die bedeutsamsten Geschichten, die die wahrgenommenen Veränderungen am prägnantesten und für alle Beteiligten sehr gut nachvollziehbar darstellen, auszuwählen. Das geschieht in einem zweistufigen Verfahren.

Auswertungsworkshop I – etwa max. vierstündig

Zu diesem Auswertungsworkshop laden Sie einen möglichst großen Kreis von Personen aus Ihrem Quartiersprojekt ein (Mitarbeitende im Quartiersprojekt - sowohl hautberuflich Tätige als auch bürgerschaftlich Engagierte, KollegInnen aus Ihrer Trägerorganisation, aktive Nutzerinnen und Nutzer, Kooperationspartner). Bei diesem Auswertungsworkshop werden alle eingesammelten Veränderungsgeschichten vorgestellt. Dabei werden jeweils auch die Auswahlgründe der GeschichtenerzählerInnen mit vorgestellt (Das sind die Antworten auf die Frage im Gesprächsleitfaden: „Was genau hat sich verändert? Was ist passiert? Was ist anders als früher? Warum ist diese Geschichte für Sie so besonders bedeutsam?“).

  • Die Mitglieder des Evaluationsteams sind für die Moderation und Dokumentation des Workshops verantwortlich.

  • Alle dokumentierten Veränderungsgeschichten werden an Moderationswänden präsentiert.

  • Es hat sich bewährt, dass alle Veränderungsgeschichten laut vorgelesen werden. Dabei werden alle Aussagen der Interviewpartner/-innen vorgelesen, also nicht nur die „eigentliche“ Veränderung, sondern insbesondere auch die Begründung, warum diese Veränderung für die/den Geschichtenerzähler/-in Person so bedeutsam ist. Für die weitere Bearbeitung im Workshop hat sich darüber hinaus bewährt, dass das Evaluationsteam in der Vorbereitung des Workshops allen Veränderungsgeschichten einen prägnanten Titel gegeben hat.

  • Dann besteht noch einmal Gelegenheit für alle Teilnehmenden des Workshops an den Moderationswänden einzelne Geschichten noch einmal nachzulesen.

  • Je nach Anzahl der Teilnehmenden (es gibt dazu keine Vorgabe. Es ist gut vorstellbar, dass es 25 bis 30 Teilnehmende, vielleicht sogar mehr, sein können) können die Veränderungsgeschichten in Tischgruppen mit max. 6 bis 8 Teilnehmenden diskutiert und bewertet werden. An den Tischgruppen sind alle Teilnehmenden aufgefordert, eine erste Bewertung abzugeben im Sinne einer Entscheidung für eine Veränderungsgeschichte: Das ist meine „most significant change“-Geschichte, die für mich am eindeutigsten, prägnantesten und sehr gut nachvollziehbar Veränderungen im Quartier wiederspiegelt. Diese Entscheidung muss begründet werden und kann mit einer Punktbewertung auf einer Liste visualisiert werden. In den einzelnen Tischgruppen muss dann eine möglichst einstimmige Entscheidung getroffen werden, welche Veränderungsgeschichte als gemeinsame Entscheidung für das Plenum vorgestellt werden soll. Insgesamt geht es dabei darum, keine zu schnelle Einigkeit zu erzielen (z. B. durch einfache Abstimmung), sondern möglichst intensiv das Für und Wider und die Entscheidungskriterien auszutauschen. Möglicherweise stehen dann am Ende einer Diskussion an den Tischgruppen auch zwei oder drei Veränderungsgeschichten. Wichtig ist es dabei immer auch die Entscheidungskriterien mit zu benennen, die zu dieser Auswahl geführt haben.

  • Im Plenum werden die Ergebnisse der Diskussionen an den Tischgruppen vorgestellt und nun in gleicher Weise ein Auswahlprozess organsiert, an dessen Ende eine möglichst konsensuale Entscheidung über eine Liste von bis zu max. fünf Veränderungsgeschichten steht, immer ergänzt um die Auswahlkriterien, die zu dieser Auswahl geführt haben.

(ein Beispiel für den Ablauf des Auswertungsworkshops finden Sie hier)

Auswertungsworkshop II (etwa max. dreistündig)

Bei diesem Auswertungsworkshop stellt das Evaluationsteam die Ergebnisse des ersten Auswertungsworkshops und die dort entstandene Auswahlliste dem jeweiligen Entscheidungsgremium des Projektes (Projektsteuerungsgruppe, Leitungsteam der Organisation o.ä.) vor. Die Auswahlliste wird in dieser Runde in ähnlicher Weise wie beim ersten Auswertungsworkshop diskutiert und schließlich auf eine Liste der maximal drei „Most significant changes“ reduziert. Auch hier werden die jeweiligen Auswahlkriterien dokumentiert, d.h. zu jeder der ausgewählten Veränderungsgeschichten wird dokumentiert, warum gerade diese Geschichte in die Auswahlliste aufgenommen wird. 

Hinweis zur Gestaltung der Auswertungsworkshops

Für die Gestaltung der beiden Auswertungsworkshops benötigen Sie geeignete Räumlichkeiten. Insbesondere beim ersten Auswertungsworkshop mit einer größeren Anzahl an Teilnehmenden benötigen Sie einen ausreichend großen Raum für mehrere Tischgruppen und die Auswertungsrunde im Plenum. Darüber hinaus benötigen Sie genügend Moderationswände, Flipchart, möglichst großformatig ausgedruckte Veränderungsgeschichten, für die Tischgruppen vielleicht auch jeweils noch einmal einen Reader mit allen Veränderungsgeschichten, vorbereitete Auswahllisten, in denen die Voten der Teilnehmenden der Tischgruppen dokumentiert werden, etc. Weitere Hinweise finden Sie im Beispiel zum Ablauf des ersten Auswertungsworkshops hier.


Aufgaben und Aufwand für diesen Arbeitsschritt

  • Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation Workshop 1 (Workshop max. vierstündig)
  • Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation Workshop 2 (Workshop max. zwei- bis dreistündig)

Checkliste für den vierten Arbeitsschritt im MSC-Verfahren

Aufgabe Erledigt
Auswahlliste (inkl. der Erläuterungen der GeschichtenerzählerInnen und der Auswahlkriterien in den beiden Workshops) der „Most significant changes“ ist erstellt.