Schritt 1: Klären Sie Erwartungen an Ihr Evaluationsvorhaben

Evaluationen sind immer mit Zielen und Erwartungen verbunden (siehe auch Reflexionstext zur Selbstevaluation).

Wenn Sie eine Evaluation durchführen, soll dabei immer auch ein Nutzen erbracht werden und nicht nur ein Arbeitsaufwand entstehen. Was aber der Nutzen einer Selbstevaluation ist und für wen dieser Nutzen entstehen soll, ist unter Umständen gar nicht aus dem Stand zu klären. Zu Beginn einer jeden Evaluation braucht es daher einen Klärungsprozess, welche konkreten Ziele und Nutzen mit der Selbstevaluation verbunden werden. Verschiedene Sichtweisen können von Bedeutung sein:

Evaluationen bieten Ihnen die Möglichkeit die unterschiedlichen Maßnahmen in Ihrem Quartier systematisch zu betrachten und Hinweise für weitere Arbeitsschritte zu erhalten. Durch wirkungsorientierte Evaluationen entscheiden Sie, ob Sie gesteckte Ziele erreicht haben und in welchen Handlungsfeldern Ihrer Quartiersarbeit Sie die Ziele erreicht haben. Die Ergebnisse Ihrer Selbstevaluation können Sie auch als Legitimation nach außen nutzen.

Ggf. hat auch Ihr Einrichtungsträger ein Interesse daran, dass Sie Ihre Arbeit wirkungsorientiert evaluieren (Fragen der Effizienz sind immer dort vorhanden, wo Ressourcen limitiert sind). Klären Sie ab, welche Ressourcen Ihnen zur Verfügung stehen und welchen Fragen Sie in der Evaluation nachgehen sollen. Dies ist umso wichtiger, da Sie nicht alle Ihre Maßnahmen gleichermaßen sorgfältig einer wirkungsorientierten Selbstevaluation unterziehen können. Das würde zu viele zeitliche Ressourcen binden. Klären Sie daher, welche Ihrer Arbeitsbereiche sich als relevant darstellen, eine Evaluation durchzuführen.

Die Umsetzung von Maßnahmen der Quartiersentwicklung ist oftmals durch die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren im Stadtteil geprägt. Wenn Sie eine Evaluation durchführen, vergessen Sie nicht, dass bei der Planung und Umsetzung Ihres Vorhabens auch andere Akteure im Quartier, insbesondere Ihre Kooperationspartner Vorstellungen haben, warum und wie eine Evaluation durchgeführt werden sollte. In der Regel sind diese auch aktiv beteiligt, sodass Sie Erwartungshaltungen sorgfältig abklären sollten (z. B. auch die Frage, wie gehen wir mit negativen Ergebnissen um? Inwiefern haben die Ergebnisse Auswirkungen auf unsere Zusammenarbeit?).

Quartiersentwicklung ist gegenwärtig überwiegend projektförmig organisiert. Entsprechend ist in der Regel ein Fördermittelgeber im Hintergrund, der Ihre Quartiersarbeit finanziell, ggf. sogar konzeptionell, unterstützt.

Wenn Sie die Quartierbewohner/-innen dazu anregen möchten, Sie bei Ihrer Evaluation zu unterstützen (z. B. indem sie sich an einer Befragung beteiligen oder an einem Interview teilnehmen), ist es wichtig, dass diese auch nachvollziehen können, warum Sie eine Selbstevaluation durchführen.

Dieser erste Schritt mag trivial erscheinen, aber hier entscheidet sich, und zwar bevor Sie Zeit in weitere inhaltliche Planung stecken, ob Ihre Selbstevaluation sich "lohnt". Es werden Anforderungen an Sie deutlich und andersherum können Sie aufzeigen, welchen Rahmen es braucht, um eine wirkungsorientierte Selbstevaluation durchführen zu können. Wenn alle Beteiligten sich auf das Ziel und den Nutzen der Evaluation geeinigt haben, kann es weitergehen mit Schritt 2.