Schritt 2: Klären Sie, was Sie evaluieren wollen.

Diese Frage hängt eng mit Schritt 1 Klären Sie die Erwartungen an Ihr Evaluationsvorhaben an Ihr Evaluationsvorhaben zusammen. Denn die Erwartungen an Ihr Evaluationsvorhaben sind verbunden, mit dem was Sie evaluieren wollen (Evaluationsgegenstand). 

In der Regel besteht Ihre Arbeit im Quartier aus verschiedenen Angeboten, Aktivitäten und Maßnahmen. Vielleicht setzen Sie auch mehrere kleine Projekte in Ihrem Quartier um. Im Rahmen einer wirkungsorientierten Selbstevaluation müssen Sie nicht zwangsläufig Ihre gesamte Quartiersarbeit hinsichtlich Wirkungen und Nutzen untersuchen, manchmal ist das auch gar nicht sinnvoll (z. B. wenn Sie viele neue Angebote oder Aktivitäten das erste Mal ausprobieren). Eine Fokussierung in der abschließenden Evaluation auf ausgewählte Aktivitäten und Maßnahmen ist daher zunächst legitim. Entscheiden Sie sich also, für welche Maßnahme(n) Sie eine wirkungsorientierte Selbstevaluation durchführen und Wirkungen und Nutzen ermitteln wollen.

Notwendige Voraussetzung bei der Auswahl des Evaluationsgegenstands ist, dass er Teil Ihrer Quartiersarbeit und somit auch Teil Ihres beruflichen Handelns ist. Andernfalls können Sie keine Selbstevaluation durchführen (siehe auch Reflexionstext zur wirkungsorientierten Selbstevaluation).

Wirkungen können auf verschiedenen Ebenen stattfinden:

  • Wirkungen auf Ebene des Quartiers
    • Strukturen im Quartier
    • Vernetzung der Akteure im Quartier
    • Objektive Lebensbedingungen im Quartier
  • Wirkungen auf Ebene der Zielgruppe
    • Verhalten
    • Wissen
    • Fähigkeiten und Fertigkeiten
    • Einstellungen

Neben diesen Wirkungsebenen können Sie zudem auch den Nutzen Ihrer Maßnahmen aus Sicht der Zielgruppe ermitteln.

Wie sich die unterschiedlichen Wirkungsbereiche zueinander verhalten, können Sie im Reflexionstext zum WINQuartier-Mehrebenenmodell nachlesen.

  • Welche Fragen oder auch Handlungsfelder stehen im Zentrum Ihrer Quartiersarbeit?
  • Für welche konkreten Maßnahmen und Aktivitäten möchten Sie Wirkungen und Nutzen ermitteln?
  • Wiederholt sich diese Maßnahme, dieses Angebot oder diese Aktivität in Ihrem Arbeitsalltag bzw. in Ihrer Quartiersarbeit? 
  • (Eine einmalige Veranstaltung, z. B. ein einzelnes Nachbarschaftsfest, eignet sich nicht gut für eine wirkungsorientierte Selbstevaluation, mit der Sie Wirkungen, also Veränderungen, aufzeigen wollen.)
  • Bietet Ihnen die ausgewählte Maßnahme, das Angebot oder die Aktivität Gestaltungsspielräume? Also gibt es Möglichkeiten für Veränderungen? 
  • Diese benötigen Sie, um mit den Ergebnissen Ihrer Evaluation arbeiten zu können, andernfalls wäre eine Evaluation, die der Weiterentwicklung Ihrer Quartiersarbeit dienen soll, hinfällig.
  • Gibt es eine bestimmte Maßnahme, ein Angebot oder eine Aktivität mit der besonders viele Erwartungen verbunden sind, für das/die Sie am meisten Anerkennung bekommen?
  • Bei diesen Aspekten Ihrer Quartiersarbeit ist die Selbstmotivation eine Evaluation durchzuführen am höchsten. Ggf. äußern auch Fördermittelgeber oder Ihre Vorgesetzten Forderungen.

Sie können zwei grundsätzliche Arten von Evaluation unterscheiden: Prozessevaluationen und Ergebnisevaluationen. Inwiefern Sie Ihre Maßnahmen wie geplant umsetzen konnten, also Ihren Zeitplan einhalten, oder, ob Sie mit Ihren Angeboten auch die gewünschte Zielgruppe erreicht haben, sind Fragestellungen, die Sie im Rahmen einer Prozessevaluation beantwortet. Im Rahmen von Ergebnisevaluationen bzw. wirkungsorientierten Selbstevaluation nehmen Sie die Wirkungen und den Nutzen Ihrer Maßnahmen in den Blick, also die erzielten Veränderungen durch Ihre Arbeit.

Mit WINQuartier wird ein Fokus auf Ergebnisevaluationen gelegt. Gleichwohl sind Prozessevaluationen für die Praxis ebenso relevant, um die Quartiersarbeit weiterzuentwickeln. Zudem wird in WINQuartier empfohlen möglichst ganzheitliche Evaluationsansätze im Quartier zu wählen und sowohl Elemente der Prozessevaluation als auch der Ergebnisevaluation zu nutzen. Dadurch werden evaluative Aktivitäten eng verknüpft mit Ihrer Quartiersarbeit und erarbeitete Evaluationsergebnisse können gut in die Arbeit integriert werden.

Unabhängig, wie Sie sich entscheiden: Vergewissern Sie sich, dass Sie Ihre Evaluationsfragen im Rahmen einer Selbstevaluation beantwortet werden können.

Sie sind fertig mit Schritt 2 und haben klar, welchen Aspekt Ihrer Quartiersarbeit Sie vor dem Hintergrund von Wirkungen und Nutzen evaluieren möchten? Dann geht's weiter mit Schritt 3.