Schritt 3: Prüfen Sie Ihre Ressourcen für eine Selbstevaluation sorgfältig

Für eine Evaluation braucht es stets Zeit, Personal und Geld. Bevor Sie weitere Planungsschritte unternehmen, klären Sie daher sorgfältig mit Ihrem Einrichtungsträger ab, in welchem Umfang Ihnen Ressourcen für eine Selbstevaluation zur Verfügung stehen. Im Optimalfall befinden Sie sich gerade in der Antragsstellung Ihres Quartiersprojekts und können entsprechende Ressourcen direkt in den Finanzplan Ihres Quartiersprojekts mit aufnehmen.

Berücksichtigen Sie, dass die Kosten für eine Evaluation zu den Kosten für die Umsetzung Ihrer Maßnahmen und Aktivitäten im Quartier im Verhältnis stehen müssen. In der Regel verfügen Sie über kein Extra-Budget für eine Evaluation und müssen die entstehenden Kosten entsprechend mit Projektmitteln oder eigenen finanziellen Ressourcen stemmen. 

Was ist ein realistisches Budget für eine Selbstevaluation?

Das Landeszentrum Gesundheit NRW (LZG.NRW) weist als Faustregel aus, dass etwa 10 % der Kosten, die Sie für die Umsetzung Ihrer Quartiersmaßnahme einplanen, ein realistisches Evaluationsbudget sind.

Bedenken Sie bei Ihrer Ressourcenplanung, dass eine Evaluation verschiedene Schritte umfasst. Ein Blick auf diesen Leitfaden verdeutlicht bereits, dass auch Evaluationen einer Planungs-, Durchführungs- und Auswertungsphase bedürfen. Nicht nur die Datenerhebung ist mit Kosten verbunden.

Mögliche Kosten für die verschiedenen Evaluationsschritte können beispielsweise sein:

  • Planungsphase und Vorbereitungsarbeiten (z. B. Arbeitstreffen mit Kooperationspartner/-innen, um Wirkungsziele zu formulieren, Beratungsgespräche zur Planung und Umsetzung des Evaluationsvorhabens, Zeit für die Entwicklung eines Evaluationsvorhabens, Qualifizierungsworkshops für Beteiligte der Datenerhebung)
  • Datenerhebung (z. B. Personal, welches die Zielgruppe interviewt, Räumlichkeiten, in denen Interviews stattfinden können, Druckkosten für Fragebögen, Portokosten für das Versenden der Fragebögen)
  • Datenauswertung, -interpretation und Ergebnisdiskussion (z. B. Personal, welches die erhobenen Daten auswertet, Software für computergestützte Auswertung (z. B. Excel-Lizenz), Arbeitstreffen mit Stakeholdern und/oder der Zielgruppe zur Diskussion der Evaluationsergebnisse)

  • Finanzielle Mittel. Welches Budget steht Ihnen für die wirkungsorientierte Selbstevaluation zur Verfügung?
  • Personelle Ressourcen. Wer ist an der Umsetzung der wirkungsorientierten Selbstevaluation beteiligt? Welche personellen Ressourcen gibt es (Sie, Kooperationspartner/-innen, Ehrenamtliche, Zielgruppe)?
  • Faktor Zeit. Wie viel Zeit können die verschiedenen Beteiligten für die wirkungsorientierte Selbstevaluation aufbringen?
  • Qualifikationen und Evaluationswissen. Gibt es Qualifikationen, die Sie oder andere an der Evaluation Beteiligte zunächst erlangen müssen/sollten?
    Bei Fragen zu Beratung und Begleitung Ihres Evaluationsvorhabens kontaktieren Sie uns gerne per Mail oder über das Kontaktformular.

Die Ressourcen für Ihre wirkungsorientierte Selbstevaluation sind geklärt. Nun geht es daran, Wirkungsziele zu formulieren (Schritt 4).